familienblog, DIY und mehr

no poo – der 10 Tage Selbstversuch

no poo – der 10 Tage Selbstversuch

Wie meine Haare reagieren, wenn ich sie 10 Tage nicht wasche und was es für Shampoo- Alternativen gibt, das wollte ich in einem Selbstversuch testen. Dass dieser Trend auch einen Namen hat, habe ich erst im Laufe der Zeit erfahren – no poo. Mein Fazit? Lest selbst!

Die Aufgabe:

Pflegeprodukte enthalten viele seltsame Chemikalien und häufiges Haare waschen ist ungesund – alles kein Geheimnis mehr. Aber was kann man dagegen tun? Meine Aufgabe war es, 10 Tage lang die Haare nicht zu pflegen. Ausschließlich kämmen durfte ich sie, aber jegliche Form von Pflegeprodukten (Shampoo, Spülungen und co) waren absolut tabu. Auch Wasser oder Shampooersatz habe ich weg lassen.

rote Haare
Die Voraussetzungen:

Am Vorabend des Versuches habe ich sie zum letzten Mal gewaschen. Bei der Haarpflege bin ich sonst eher im Durchschnitt, wasche sie normalerweise alle 4-7 Tage, verwende zwar meist natürliche Shampoos, aber genauso steht bei mir die Chemiekeule im Bad. Mein Haar ist sehr füllig, stark, schulterlang.

 

no poo - Tag 3
Der Versuch:

Bis Tag 5 ging es mir ziemlich gut, am 5ten Tag fingen sie an, etwas fettig zu werden. Das war aber weiter nicht tragisch, weil ich die Haare – dank der Kinder – meist zusammengebunden trage. Der Geruch war in Ordnung. An Tag 7 ist mir aufgefallen, dass sie etwas dünkler wirkten, die Kopfhaut fing an, unangenehm zu werden. Zwischen Tag 8 und 9 war das Durchbürsten am Morgen zwar unangenehm, aber untertags merkte ich weiterhin kaum Veränderung. Nur die Kopfhaut machte mich nervös. Der Geruch (ich fragte auch Außenstehende) war weiterhin völlig in Ordnung. Und dann kam endlich die Erlösung: Tag 10. Kopfhaut bäh, Haare bäh. Sie waren unglaublich schwer geworden ich hätte wohl kein Haargel mehr gebraucht.

 

no poo - Tag 7
Das Ergebnis:

Ich muss gestehen, es hat mich überrascht, dass ich es fast problemlos durch die 10 Tage geschafft habe. Das hat nur bestätigt, dass Shampoo im Allgemeinen viel zu schnell angewendet wird. Der Versuch hat mich noch etwas sensibler werden lassen bezüglich Pflegeprodukten (auch wenn wir sowieso schon sehr wenig davon benutzen). Aber er zeigte mir auch wieder – bevor man sich komplett unwohl fühlt, sollte man sich selbst verwöhnen und seine Lebensqualität, wenn auch nur durch eine Haarwäsche, wieder steigern. Und wenn es bedeutet, öfter als alle 10 Tage zu Waschen.

 

Die Alternativen:
Babypuder:

An Tag 10 habe ich es nicht mehr ausgehalten und mir Babypuder in die trockenen Haare gegeben. Das hat zwar an meinem persönlichen Gefühl nichts verändert, aber ansehnlicher waren sie dadurch auf jeden Fall. Zum Überbrücken auf jeden Fall eine gute Möglichkeit!

Roggenmehl:

Je nach Haarmenge- und Länge mischt man Roggenmehl mit Wasser zu einer shampoo-ähnlichen Konsistenz – und wendet das dann auch genau so an. Davon bin ich sehr begeistert, ABER: das Mehl muss richtig gut aufgelöst sein und wer keinen guten Wasserdruck, aber sehr dichte Haare hat, muss damit rechnen, dass Mehlbröckchen beim Durchbürsten auftauchen. Die Haare riechen danach nicht und die Kinder lieben ihre „Mehl-Shampoo“ mittlerweile auch.

Natron:

2 Löffel Natron auf ein Glas Wasser – war bei mir ein absoluter Flop. Die Haare waren danach ekliger als vorher, in jeder Hinsicht.

Brennnessel und Kamille als Spülung:

Brennnessel oder Kamille mit kochendem Wasser übergießen (Zubereitung wie Tee), auskühlen lassen und nach der Haarwäsche die Haare damit spülen. Ausgewaschen werden muss die Spülung nicht. Da ich sonst nie Spülungen verwende, habe ich keinen Vergleich und auch mit frischen Kräutern (aufgrund der Jahreszeit) keine Erfahrung. Wer also eine Alternative sucht, kann sich gern daran versuchen

no poo - mit rotem Haarband
Liebe & Teile ❤️


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.